18.03.2026 12. Etappe

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Der Morgen und auch wir erwachten zufällig gleichzeitig und so bot es sich an, gemeinsam in den Tag zu starten.

Auf der Prioritätenliste stand heute das Tanken des Fahrzeuges und der Reservekanister ganz weit oben, da die Tankstellendichte in der Wüste bei „0“ liegt.

Die Kolonne setzte sich schließlich in Bewegung und stoppte vor der Marokkanischen Grenze Richtung Mauretanien. Nun hieß es warten und geduldig sein.

An der Grenze angekommen wurden die Pässe eingesammelt und einer gründlichen Prüfung unterzogen.

Nachdem Zollhund Nr. 1 und 2 im Fahrzeug keine verwertbaren Spuren von Drogen, Alkohol, Waffen oder Schweinefleisch entdecken konnten, wurde schließlich Hund Nr. 3 losgeschickt. Er war überaus engagiert und beließ es nicht bei einen flüchtigen Blick ins Fahrzeug, sondern prüfte den Innenraum mit einem beherzten Sprung auf meine (Mario) am Vortag frisch gewaschene Unterwäsche, die ich hier zur finalen Trocknung ausgelegt hatte.

Auch auf dem Beifahrersitz sollte Hund Nr. 3 seine Spuren hinterlassen, nur um am Ende festzustellen, dass der Wagen (und die Wäsche) sauber sind.

Nachdem alle ihre Pässe zurückbekommen hatten, setzte sich der Tross abermals in Bewegung und durchquerte das „Niemandsland“ zwischen den beiden Staaten und sämtliche Fahrzeuge wurden bei der Ankunft von Mauretanischen Hilfsbeamten wild gestikulierend zum Parken animiert.

Leider sieht es in diesem Streifen „Niemandsland“ so traurig aus.

Wir versammelten uns sogleich in einem kürzlich renovierten Raum, an dem sich aber die Deckenfarbe wahrscheinlich mit dem Untergrund gestritten hatte, und so trennten sich stellenweise Farbe und Decke wieder voneinander.

Ein junger eleganter Beamter betrat mehrfach den Raum, setzte sich an den vorbereiteten Bildschirmarbeitsplatz, loggte sich ins System ein und wieder aus, fotografierte auftretende Fehlermeldungen ab und teilte diese vermutlich mit dem Support im fernen Indien. Doch leider war es heute nicht möglich, den Computer-Gott gnädig zu stimmen und so gab der Beamte nach mehrmaligen Versuchen, den PC und das Betriebssystem Windows 7 zu starten, auf und wir mussten alle den Raum wieder verlassen.

Glücklicherweise fand sich nach kurzer Suche ein weiterer Raum, ausgestattet mit zwei funktionierenden PC‘s und so wurde der Anmeldeprozess „zügigst“ in Gang gesetzt. Nach dem scannen sämtlicher Finger und einem kurzen Fotoshooting sammelte der „Läufer“ die Unterlagen von maximal drei Einreisewilligen ein und führte uns augenblicklich in den ersten Raum zurück.

Hier stempelte ein weiterer Beamter unter dem kritischen Blick seines Kollege unsere Visa ab. Die Schublade eines Rollcontainers wurde zur neuen Herberge unserer Einreisegebühr in Höhe von 55 Euro.

Jetzt hieß es, noch rasch die Polizeistation aufzusuchen, denn auch hier wartete ein Stempel samt Stempelkissen auf seinen Einsatz, um unseren Pass ein wenig aufzuhübschen.

Geschafft!!!

Die Kolonne setzte sich nun endlich in Bewegung und so konnten wir den ersten Halt im sandigen Untergrund erreichen. Nach kurzem Briefing ging es anschließend zum Nachtquartier an den Dünen.

Wir verließen die befestigte Straße und bogen ab in Richtung „großer Sandkasten“.